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Ja lieber Leser, das ist die Frage, Chow-Chow und Vereinsleben, geht das überhaupt zusammen? Ich denke ja! Auch Vereine sind natürlich ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, und genau wie andere Organisationen haben sie mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Was sind das für Probleme? Nun zum einen natürlich die fortschreitende Individualisierung unserer Gesellschaft, jedermann möchte nur noch für sich verantwortlich sein, die Bereitschaft Verantwortung für andere zu übernehmen lässt weiter sehr stark nach. Indikatoren für diese Entwicklung sind meiner Meinung nach z. B. die Ehe, der Bund fürs Leben so zuzusagen. Glaubt man den Statistiken, so hat es noch nie so hohe Scheidungsraten gegeben wie in dieser Zeit. Hauptgrund dürfte die mangelnde Konfliktfähigkeit und Kompromissbereitschaft der Partner sein, jeder möchte sein „eigenes Ding“ machen, darum geht es. Noch nie haben so viele Paare ohne Trauschein zusammengelebt, wie in der heutigen Zeit, die Möglichkeit das jeder ohne Probleme seines Weges geht, scheint der Grund dafür zu sein!
Und Kinder? Ja auch Kindern zu haben, bedeutet Verantwortung zu übernehmen, und auch hier liegt diese unsere Gesellschaft im Trend, keine Kinder, keine Verantwortung! Eine weitere bittere Wahrheit, ist die Tatsache, das sich eine Großteil der arbeitenden Bevölkerung bereits geistig von „ihrer Firma“, ihrem Arbeitgeber verabschiedet hat, der Beruf, die Arbeit wird auf das „Geldverdienen „ reduziert, ein unhaltbarer Zustand, die Gründe dafür sind natürlich vielfältig, und sollen hier nicht einzeln erläutert werden, aber auch hier spielt natürlich das fehlende „Gemeinschaftsgefühl“ eine Rolle, jeder kämpft nur noch für sich, das Team, der Betrieb ist unwichtig geworden.
Auch die Parteien reihen sich nahtlos in diese Reihe ein, schwindende Mitgliederzahlen beweisen diesen Zustand. Schaut man sich die Wahlbeteiligung insbesondere bei Landtags -und Kommunalwahlen an, wird einem so richtig klar, wie viele Menschen sich aus der Gestaltung unseres Landes verabschiedet haben.
Nun soll ein Verein sich von diesen Gegebenheiten unterscheiden? Nein und noch mal Nein, ein Verein spiegelt exakt diese Probleme, auch viele Mitglieder betrachten den „Verein“ nur noch als Selbstzweck, als lästiges Mittel zum Zweck, als Möglichkeit ihr Hobby ausführen zu können, gebe es diese Bindungen ( man darf z.B. nur bestimmte Rassen züchten, wenn man Mitglied im Verein ist) nicht, sie würden dem Verein sofort den Rücken kehren! Es gibt wichtigere Dinge in ihrem Leben, sie möchten ihre Lebenszeit nicht an „den Verein“, und die sinnlosen Dinge verschwenden, die dort abgehandelt werden. Welche Ausmaße das Dessinteeresse angenommen hat, kann man sehr gut an ein paar Zahlen verdeutlichen. Schaut man sich Wahlen von Vereinsvorständen an, so stellt man mit Erschrecken fest, das gerade einmal 18-25 % der wahlberechtigten Mitglieder ihren Vorstand wählen, welch ein trauriger Zustand. Sehr viele Mitglieder, beklagen sich über die Zustände in „ihrem Verein“, prangern Dinge die verkehrt laufen an, fordert man sie dann auf sich zu beteiligen, dann winken sie ab, plötzlich fallen ihnen jede Menge Ausreden ein, „was kann ich schon tun“, „die machen ja doch was sie Wollen“, die Ausflüchte ließen sich endlos fortführen. Meckern, „aus der zweiten Reihe schießen“, war noch nie das probate Mittel um Dinge zu ändern, voran zu bringen, dazu bedarf es anderer Methoden. Ich möchte hier einmal an die sogenannten „68 er“ errinern, irgendwann kam die Einsicht, das man ein System nicht mit Protest, egal ob friedlich oder in anderer Form ändern kann, es begann der „Marsch durch die Instanzen“, das Ergebnis kennen wir alle, es ist unsere heutige Republik. Und lieber Leser, nur das ist das Mittel ein System zu ändern, sich beteiligen, sich einbringen, Einfluss nehmen, die „richtigen Personen“ in die Ämter wählen, die Möglichkeiten die sich bieten, Anträge zu den Mitgliederversammlungen, Anträge zur Hauptversammlung nutzen, zum Wohle der Gemeinschaft, zum Wohle des Vereins. Dazu gehört auch einmal über den eigenen Schatten zu springen, persönliche Interessen hinten an zustellen, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Für einige sind das natürlich auch nur Phrasen, aber nur Meckern hilft nun mal nicht weiter. Und noch eine Phrase, wer nur meckert um des „Meckerns wegen“ der wird relativ schnell entlarvt, konstruktive Kritik aber wird als solche erkannt, und in den meisten Fällen dann auch ernst genommen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, wenn Kritik geübt wird auch „Ross und Reiter“ zu benennen, diffuse Hinweise nützen niemanden! Es ist so etwas von kompliziert geworden, Mitglieder zu motivieren sich zu beteiligen. Aber wir, und damit meine ich den Vorstand der LG-Hansa, werden uns weiter bemühen, die Situation zu verbessern. Lieber Leser, wie sehen sie dieses Problem? Haben sie Vorschläge? Über konstruktive Kommentare würde ich mich freuen!
1. Vorsitzender ACC e.V.-LG-Hansa
Tags: Chow-Chow | Verein | Kritik | Meckern
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