Der Chow-Chow, ein Hund wie jeder Andere
Hallo liebe Chow-Chow Freunde oder solche die es werden möchten!
Ist die Rasse Chow-Chow mit anderen Rassen zu vergleichen?
Es wurde schon sehr viel über den Chow-Chow geschrieben,Immer wieder wird behauptet, der Chow-Chow sei ein „Ein Mann Hund“, dieses Vorurteil hält sich hartnäckig.
viele Dinge sind nachvollziehbar,
haben sich nach einigen Jahren gemeinsamen Lebens
mit dieser Rasse bestätigt,
vieles ist aber auch einfach nur Halbwissen,
und wird dadurch, das es ständig wiederholt wird,
auch nicht wahrer.
Lässt sich aber sehr leicht wiederlegen. In unserer Familie leben zur Zeit 6 Chow-Chows,
für fünf dieser Chows ist meine Frau
die absolute Bezugsperson, also dürfte ich und andere Familienmitglieder
bei den Fünfen keine Chancen haben, genau das Gegenteil ist der Fall.
Jedes Familienmitglied kann die Hunde ohne Probleme Händeln,
kann mit ihnen Spazieren gehen, sie bürsten, sie streicheln, mit ihnen toben,
noch nie hatten sie irgendwelche Aggressionen
gegenüber ihren Menschen. Für unseren Jungrüden bin ich die Bezugsperson, bin ich zuhause,
sucht er meine Nähe, ich laufe fast ausschließlich mit,
aber meine Frau kann alles mit ihm machen, manchmal gelingt ihr das besser als mir selber,
genannt sei hier einmal das „Zähne zeigen“.
Der Chow-Chow sei stur und schwer erziehbar, nun das stimmt,
aber ist das vielleicht ein „Alleinstellungsmerkmal“ dieser Rasse?
Beileibe nicht, viele Rassen insbesondere die „Nordischen Rassen“ zeigen ein ähnliches Verhalten,
namentlich genannt seien hier einmal der Samojede,
der Alaskan Malamute, aber auch die japanischen Rassen wie Akita Inu
und Shiba Inu passen in dieses Bild. Aber damit nicht genug, andere Rassen,
die ebenfalls dem Urtyp zugeordnet sind, zeigen ähnliches Verhalten,
hier sie als Beispiel einmal der Rhodesian Ridgeback oder
der Thailand Ridgeback genannt. Alle diese Rassen benötigen eine konsequente Erziehung,
sind Fremden gegenüber reserviert. Und was bitte schön ist daran falsch,
wenn der Chow-Chow Fremden gegenüber reserviert ist?
Jemand der sich für diese Rasse entscheidet, und sich vorher richtig informiert hat,
kann damit gut umgehen, möchten sie allerdings einen „Streichelzoo“ einrichten,
sollten sie sich nach einem anderen Hund umsehen.
Und dennoch, auch dieser vorrangehende Satz, zeigt wieder nur die halbe Wahrheit,
warum das jetzt werden sie sich fragen! Ja, weil auch das wieder eine Verallgemeinerung gewesen ist,
es gibt Beispiele genug die das Gegenteil beweisen, auf Ausstellungen, auf engstem Raum,
sind unsere Chows schon von unendlich vielen Menschen gestreichelt worden,
aber es gibt auch Viele die lassen sie nicht an sich heran.
Liegt das an den Hunden? Ich glaube nicht, es liegt sicherlich an den Menschen, sie haben
etwas an sich, einen Geruch, irgendetwas was den Chows nicht gefällt,
und da sie sich nicht verstellen können, reagieren sie entsprechend.
Zitate von Horst Stern
"Der Chow ist ein Hund, der ein Herr ist,
auf der Suche nach seinem Herrn, der kein Hund ist"
"Einem Mann, der in Harmonie mit einem Chow-Chow lebt,
kann man vertrauen und ihn mit Gewinn um jeden Rat angehen.
Er schweigt eher, als dass er aus Gefälligkeit lügt.
Lieber Leser, lieber Chow-Chow Freund, oft zitierte Sätze von Horst Stern, allzu oft wie ich meine,
mir sind diese Formulierungen viel zu abgehoben, zu elitär!Sicher gibt es genug Leute die diese Sätze
ernst genommen haben, sicher ist der Chow-Chow ein selbstbewusster Hund,
und auf einer bestimmten Ebene auch seinem „Herrn“ gleichberechtigt, ein Partner,
aber und zwar ein sehr großes Aber, wie in jeder Beziehung, so jedenfalls meine Meinung,
sollte einer die Hosen anhaben, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist es besser,
wenn sie die Hosen anhaben!! Das erste Zitat von Horst Stern beschreibt
allerdings für meine Begriffe mit etwas zu Bedeutungsschwangeren Worten, die einfache Tatsache,
das man den Chow-Chow
als eigenständiges Wesen betrachten sollte, keine Dinge von ihm verlangen sollte,
die er nicht tun möchte, seinen Willen nicht brechen sollte, sondern versuchen sollte,
ihn mit Freundlichkeit und Geduld in die gewünschte Richtung zu lenken.
Das heißt aber nicht, das man einem Chow-Chow nicht die elementaren Dinge wie
Sitz, Platz, Bleib, und das bei Fuß laufen, beibringen kann, sehr wohl gelinkt dies,
nur man sollte auf Gewalt verzichten.Das zweite Zitat ist nach meiner Meinung völlig absurd,
ich habe in den letzten 12 Jahren so viele Menschen kennen gelernt,
die Chow-Chows besitzen, und auf die, die im zweiten Zitat genannten Attribute so gar nicht passten.
Entweder haben sich die Menschen seit diesem Zitat sehr verändert, oder aber der Autor hatte mehr
Tier- als Menschenkenntnis.
Aber vielleicht hat sich ja auch das Gespür des Chow-Chow verändert, und er erkennt diese Menschen,
mit den beschriebenen wundervollen Charaktereigenschaften nicht mehr!
Zurück zu den Chow-Chows, sich über menschliche Unzulänglichkeiten zu äußern,
ist ziemlich sinn- und wertlos.Oftmals werden all diese Vorurteile sogar
von Chow-Chow Besitzern gestärkt und gelebt, es ist natürlich auch recht einfach und bequem,
man kann dem Chow-Chow ja sowieso nichts beibringen. Wir beweisen gerne das Gegenteil.
Oftmals werden wir von Leuten, die sich für einen Chow-Chow interessieren gefragt,
was kann man eigentlich mit einem Chow-Chow machen?
Das erste mal, als ich dieser Frage begegnete, habe ich mein Gegenüber mit entgleisten
Gesichtszügen sprachlos angeschaut, und in Gedanken die Worte formuliert:
Was will der von mir, hat der ein Rad ab!In dem weiteren Gespräch wurde mir dann deutlich um was es ging,
der Mann redete vom „Arbeiten mit dem Hund“. Ich machte ihm deutlich,
das der Chow-Chow keine Arbeitshund sei, und er nicht jeden Tag stundenlang bewegt werden müsste.
Ist der Chow-Chow ausgewachsen, kann man selbstverständlich mit ihm lange Spaziergänge unternehmen,
mit ihm baden gehen, spielen usw. Aber Dinge die man mit einem Schäferhund machen kann sind nicht drin,
wer aufmerksam gelesen hat, weiß mittlerweile, absolute Unterordnung ist beim Chow-Chow nicht zu erreichen.
Sicher gibt es auch hier Ausnahmen von der Regel, die werden aber sehr selten sein.
Nehmen wir mal das Stöckchen werfen! In unserer Heimatstadt haben wir einen kleinen Park,
hier sind immer viele Hundbesitzer mit ihren Lieblingen unterwegs,
und sehr oft beobachtet man dann folgendes Ritual:
Herrchen wirft ein Stöckchen möglichst weit, der Hund flitzt wie von der Tarantel gestochen los,
schnappt sich das Stöckchen und bringt es seinem Herrchen zurück.
Beim 78zibzigsten Mal hatte ich keine Lust mehr zuzuschauen, und bin weiter meines Weges gegangen.
Wir haben das gleiche Ritual mit unseren Chow-Chows versucht, ich glaube ein oder zweimal hat es funktioniert,
aber dann war Schluss, keine Zureden kein Leckerlie hat geholfen, aus die Maus, nichts ging mehr.
Wussten unsere Lieblinge nicht was wir von ihnen wollten, war es Faulheit, Sturheit?
Oh doch sie wussten bestimmt genau was wir wollten, und genau an dem Punkt wird der Unterschied
zu vielen anderen Rassen deutlich, einmal oder zweimal wird Herrchen zuliebe
das Stöckchen zurückgebracht, aber dann ist Feierabend.
Harald Studzinski
Aktualisiert ( Sonntag, 08. März 2009 um 11:00 Uhr )
